April

Ich wache vom Telefon auf und schalte es wieder aus. Letztens habe ich mir ein neues Telefon gekauft. Es ist schnurlos, und es hat eine Weckfunktion. Ich wache gut davon auf, manchmal bleibe ich aber noch zwei, drei Mal liegen. Dann stehe ich auf und öffne die Tür zum Balkon. Dann gehe ich ins Bad und mache klein. Meine Schlafsachen werden auf den Badboden geworfen, und ich steige in die Badewanne. In der Badewanne dusche ich dann, zuerst die Haare, dann den Rest. Ich stelle das Wasser immer so heiß, dass es gerade noch auszuhalten ist. Irgendwo habe ich gelesen, dass so eine heiße Dusche die Wirkung von zwei zusätzlichen Schlafstunden haben soll. Wenn ich fertig bin, trockne ich mich ab, ziehe eine Unterhose an und gehe in die Küche. Dort wird der Kaffeekocher fürs Kaffeekochen fertig gemacht. Dazu muß ich zunächst den alten Kaffee vom Vortag ausschütten und alles mit Wasser abspülen. Dann kommt Wasser in den Wasserbehälter und Kaffee in den Kaffeetrichter. Alles zugeschraubt und schon kann der Kaffeekocher auf die Herdplatte. Ich benutze immer die unten links, weil sie am besten heizt. Dann gehe ich in den Flur und ziehe mir den Rest an. Im Bad föne ich mir die Haare, weil es draußen immer noch sehr kalt ist. Wenn der Kaffee noch nicht durch ist, creme ich mir vielleicht auch schon das Gesicht ein, das inzwischen vom Duschen ganz ausgetrocknet und schuppig ist. Auf dem Weg zurück in die Küche schalte ich den Computer ein. Wenn der Kaffee noch nicht durch ist und ich noch etwas Zeit habe, ziehe ich mir vielleicht auch schon die Schuhe an. Ist der Kaffee durch, nehme ich den Kaffeekocher von der Herdplatte und mache meinen schönen blauen Michtopf sauber. Dann kommt Milch in den Topf und der Topf auf den Herd. Ich schalte die Herdplatte noch nicht aus, obwohl die Resthitze wahrscheinlich ausreichen würde. Aber dann würde ich denken, dass die Milch irgendwie nicht richtig heiß ist, und ich mag es, wenn die Milch richtig heiß ist. Solange die Milch auf dem Herd steht, bringe ich meine Bettwäsche in Ordnung und mache die Tagesdecke drüber. Die Milch ist danach meistens schon fertiggekocht, da muss man aufpassen. Dann mache ich eine weiße Tasse sauber und fülle den Kaffee ein, etwa die Hälfte des Kaffeekochers, was praktischerweise auch die Hälfte meiner weißen Tasse ausmacht. Dann kommt die Milch rein, aber nicht zuviel, gerade so, dass es noch ordentlich braun ist. Den Kaffee stelle ich auf den Schreibtisch. Vom Balkon hole ich mir den Aschenbecher, manchmal leere ich ihn in den Mülleimer aus und spüle ihn kurz ab. Schließlich setze ich mich vor den Computer und mache zuerst den Browser an. Wichtig: Niemals zuerst die Mails checken! Erst das Internet und SPIEGEL-Online. Für den Fall, dass was passiert ist. Meistens ist nichts passiert, aber ich klicke mich durch ein paar Artikel. Sobald ich ein bißchen von dem Kaffee getrunken habe, zünde ich mir eine Zigarette an. Würde ich die Zigarette vor dem Kaffee anzünden, käme ich mir asozial vor. Dann, aber erst dann, werden die Mails angeschaut. Wenn ich Glück habe, kommen keine schlechten Nachrichten. Dann mache ich mit dem Internet weiter und klicke mich durch andere Nachrichtenseiten. Nach der ersten Zigarette und nachdem der Kaffee alle ist, gehe ich wieder ins Bad, mache groß und lese einen Artikel in der VANITY FAIR. Danach wieder in die Küche, wo ich die Milch für die zweite Ladung warm mache. Bei der zweiten Tasse ist mir nicht mehr so wichtig, dass die Milch brühend heiß ist. Es reicht manchmal die Herdplatte nur pro forma für ein paar Sekunden anzuschalten. Die zweite Tasse Kaffee wird dann entweder vor dem Computer getrunken, oder ich gehe auf den Balkon. Danach packe ich meine Tasche, gehe ins Bad, um Zähne zu putzen, und ziehe mir danach die Jacke an. Bevor ich rausgehe, kontrolliere ich nochmals, ob die Herdplatte aus ist, dann gehe ich auf die Straße und zu meinem Fahrrad. So fängt jeder einzelne Tag an. Fast keine Unterschiede. Heute hat es geregnet, und ich musste meine Mütze anziehen.

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